Stuttgart. Der Marburger Bund, Landesverband Baden-Württemberg hat bei den Wahlen zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) einen Achtungserfolg erzielen. Der MB ist erstmals mit einer eigenen Kandidatenliste „Marburger Bund – Angestellte und ermächtigte Ärztinnen und Ärzte!“ zu den KV-Wahlen angetreten und konnte einen Sitz in der Vertreterversammlung erreichen. Insgesamt waren für die Wahl der Vertreter aus dem Kreis der Ärzte dreizehn Listen aufgestellt.

MB-Spitzenkandidatin Dr. Kristina Zimmermann wird für den Verband als Delegierte in die KV-Vertreterversammlung einziehen, um dort in der nächsten Wahlperiode (2017 – 2022) die Interessen der ambulant angestellten Ärztinnen und Ärzte zu vertreten.

Nach Auskunft der KVBW haben rund 20.600 Mitglieder „über ihre 50 Vertreter entschieden. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 40 Prozent. 18 der 50 Delegierten ziehen neu in die Versammlung ein; das sind 36 Prozent der Mitglieder in der Vertreterversammlung. Der Frauenanteil liegt bei 20 Prozent“.

Die neue Wahlperiode beginnt am 1. Januar 2017 und endet am 31. Dezember 2022. Die konstituierende Sitzung findet am 26. Oktober in Stuttgart statt. Dann werden die beiden Vorsitzenden der Vertreterversammlung gewählt. Die Wahl des neuen Vorstands erfolgt voraussichtlich im Dezember.

Christine Fechner, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landesverband Baden-Württemberg, befragte Dr. Kristina Zimmermann nach ihrer Wahl zu den Schwerpunktthemen, die sie künftig in die Vertreterversammlung (VV) einbringen möchte:

 

Frau Dr. Zimmermann, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl in die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Mit Beginn der nächsten Wahlperiode, die 2017 losgeht, betreten Sie neues Terrain in der KV, weil der Marburger Bund dort bisher nicht vertreten war. Wie schätzen Sie diesen Wahlerfolg ein?

 

Dr. Kristina Zimmermann: Der MB war bei den KV-Wahlen in Baden-Württemberg erstmals mit einer eigenen Liste angetreten. Dass der MB einen Sitz in der KV-Vertreterversammlung erringen konnte, war im Vorfeld so nicht klar und selbstverständlich. Ich werte dies als einen Achtungserfolg für den MB. Jetzt haben wir einen Fuß in der Tür.

 

Welches sind die wichtigsten Themen, die Sie in die VV einbringen wollen?

 

Dr. Zimmermann: Besonders im Fokus ist die Etablierung unserer Interessenvertretung, damit wir eigene thematische Schwerpunkte setzen können, die die Belange unserer angestellten Kolleginnen und Kollegen aus dem ambulanten Bereich betreffen. Dabei geht es mir darum, gemeinsam mit den Niedergelassenen konstruktive und zukunftsorientierte Lösungen zu erarbeiten.

Themen wie flexible Arbeitszeitmodelle und eigene Tarifverträge in der ambulanten Anstellung sind mir sehr wichtig. Außerdem ist es nötig, dass wir innerhalb der KV kompetente Ansprechpartner finden und bürokratische Hürden abgebaut werden. Weitere Gebührensenkungen bei Neuanstellung eines Arztes/einer Ärztin in der ambulanten Medizin oder bei Arbeitszeitveränderungen, zum Beispiel im Rahmen der Elternzeit, sind hier aus meiner Sicht wünschenswert.

 

Welche Anliegen sind Ihnen darüber hinaus noch wichtig?

 

Dr. Zimmermann: Entscheidend ist gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung sowie gegenseitiges Vertrauen und Respekt. Wenn alle Beteiligten sich auf Augenhöhe begegnen, dann ist ein gutes kollegiales Zusammenarbeiten nicht nur am Arbeitsplatz sondern auch in unseren ärztlichen Gremien möglich. Die ärztliche Selbstverwaltung ist für uns alle ein Privileg, dessen Spielräume wir aktiv und engagiert nutzen sollten.

Ich hoffe, dass unser MB-Achtungserfolg in den kommenden Jahren durch konstruktive Arbeit in der KV-Vertreterversammlung weiter ausgebaut werden kann, und wir bei kommenden KV-Wahlen noch mehr MB-Delegierte entsenden können.

 

Frau Dr. Zimmermann vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihre Arbeit!

 

Zur Person

Dr. Kristina Zimmermann arbeitet seit 2007 als angestellte Ärztin im ambulanten Bereich, zunächst zwei Jahre als Ärztin in der Weiterbildung und dann als Fachärztin für Allgemeinmedizin.